Google als Saubermann?
Seit Tagen beherrscht das Thema Google vs. China die Nachrichten. Google leitet seit Montag Anfragen an google.cn (China) nach google.com.hk (Hongkong).
Laut Google war man nicht mehr bereit, die geforderten Zensurmassnahmen durchzuführen, die von der Regierung in China verlangt wurden.
Doch wieviel "Saubermann" steckt hinter dieser Aktion wirklich?
Einer der Grundsätze bei Google lautet "Don't be evil." Diesem Grundsatz konnte Google bis 2005 fast immer gerecht werden. Mit dem Einstieg in das China-Geschäft wurde dieser Grundsatz zu einem Problem und durch Google selber massiv "gedehnt" ausgelegt.
Google zensierte Suchergebnisse auf Verlangen der chinesischen Regierung und filterte in den Suchergebnissen Themen wie Tibet, Tian’anmen-Massaker, Webseiten von Menschenrechts-Organisationen und Medien, wie das weltberühmte Bild des "Tank-Man".

Dieses Vorgehen brachte Google massiv Kritik ein. Weltweite Proteste zu dieser Zensur liessen Google aber kalt. Geschäft ist Geschäft.
Erst als im Januar ein Hackerangriff gegen Google aufgedeckt wurde, der vermutlich direkt aus China kam und bei dem Firmeninterna bei Google gestohlen wurde, begann man, unter grossen "Tamtam" den Rückzug aus dem Chinageschäft in den Medien zu platzieren.
Denken wir doch einmal etwas weiter! Googles China-Engagement brachte dem Konzern einen ordentlichen Imageschaden. Der mag sich in den "fetten" Jahren nicht so sehr bemerkbar gemacht haben, aber in Zeiten der Krise heisst es, um jeden Dollar zu kämpfen.
Zumal der Rivale Microsoft mit Bing eine ordentliche Alternative ins Rennen geworfen hat.
Also kann es heute nicht Schaden, zu beweisen, wie "gut" man doch ist. Aber nur so lange, bis der Ruf des Geldes wieder lockt...
Kommentar von
Björn
Vielen Dank!
